Wissenswertes über Standard-/Latein-Tänze
Schnellwahl:
Discofox/Hustle
Der Discofox erfreut sich höchster Beliebtheit; er ist heute neben Salsa der populärste Paartanz in Deutschland, was vor allem an seiner technischen Unkompliziertheit liegt. Auch musikalisch gesehen ist der Discofox eindeutig der vielseitigste Tanz, sowohl Oldies, Klassiker aus den 80er Jahren als auch aktuelle Hits sind tanzbar. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt, mit etwas Erfahrung "erfindet" man auch neue Figuren bzw. Kombinationen. Der Discofox lässt Ihnen viel Spielraum für eigene Ausdrucksformen. Der Discofox ging aus dem Foxtrott hervor. Dabei entstand in den USA der Hustle, in Europa der Discofox, der 1979 in das Welttanzprogramm aufgenommen wurde. Der Discofox ist eine Fusion vieler verschiedener Elemente aus anderen Tänzen, weshalb er keine eigenen technischen Elemente entwickelt, sondern stattdessen aus denen anderer Tänze besteht. So kombiniert er die aus dem Foxtrott abgeleiteten Schrittmuster mit der klassischen Tanzhaltung, der Improvisationsfreiheit des Swing, den Drehtechniken der lateinamerikanischen Tänze, den Wickelfiguren der Salsa und den akrobatischen Figuren des Rock 'n' Roll und Boogie Woogie.
Langsamer Walzer
Erster Standard-Turniertanz im 3/4-Takt; 28-30 Takte/Minute. Entwicklung des English Waltz 1921 in England aus dem Boston und Wiener Walzer. Das seitliche Ausschwingen, Erheben und Senken ist typisch für einen kontrollierten Bewegungsablauf.
Tango
Zweiter Standard-Turniertanz im 2/4-Takt; 31-33 Takte/Minute. Ursprung in Südamerika (Tango Argentino); kam um 1914 nach Europa, 1922 auf der Allround in London noch mit deutlich argentinischer Gestaltung. Zu seiner Weiterentwicklung trugen vor allem die englischen und deutschen Turniertänzer der früheren Jahre bei. Im Bewegungsablauf gibt es kein sichtbares Heben und Senken.
Wiener Walzer
Wiener Walzer Dritter Standard-Turniertanz im 3/4-Takt; 58-60 Takte/Minute. Seine Vorgänger sind Ländler und Dreher, die bis heute noch im Volkstanz erhalten blieben. 1928 erstmalig in Österreich und 1951 in Deutschland (dank der Bemühungen des Nürnberger Tanzlehrers Paul Krebs) als Standard-Turniertanz aufgenommen. Die ungebrochene Popularität verdankt der Wiener Walzer auch derzeit den unsterblichen Melodien deutscher und österreichischer Komponisten.
Slowfoxtrott
Vierter Standard-Turniertanz im 4/4-Takt; 28-30 Takte/Minute. 1922 in England aus dem amerikanischen Foxtrott entwickelt und auf der Weltmeisterschaft in London im Turnierprogramm. Es ist der klassische und zugleich schönste Turniertanz englischer Prägung. Bei geringem Heben und Senken ist der Bewegungsablauf der untrügliche Maßstab für die Musikalität eines Tanzpaares.
Quickstep
Fünfter Standard-Turniertanz im 4/4-Takt; 50-52 Takte/Minute. Ursprung aus amerikanischen Rhythmen (Twostep); 1924 wurde dieser Tanz in England aus dem schneller gespielten Slowfoxtrott entwickelt. In der Verbindung von tänzerischem Temperament und sportlicher Disziplin soll der Bewegungsablauf des Turnierpaares ausgewogen erscheinen, um rhythmische Fehler, auch in der Fußarbeit, zu vermeiden.
Salsa
Salsa ist heutzutage neben Discofox einer der beliebtesten Tänze und zieht gerade junge Leute immer mehr an.
Entstanden ist Salsa im New York der 70er Jahre, als lateinamerikanische Einwanderer - insbesondere aus Kuba und Puerto Rico - bereits bestehende Fusionen aus latein- und nordamerikanischer Musik (insbes. Mambo) um weitere traditionelle Rhythmen wie Bomba und Plena bereicherten. Salsa wird nach wie vor als Straßentanz gehandelt, d.h. im Gegensatz zu den Tänzen des Welttanzprogramms gibt es keine offiziellen Organe, die für einheitliche Unterrichtsgrundlagen und Turnierrichtlinien sorgen. Dadurch bietet Salsa einerseits alle Freiheiten, was die Ausarbeitung und Kombination der verschiedenen Techniken betrifft, bietet andererseits z.B. aber kaum Grundlagen für standardisiert nationale oder gar internationale Wettkämpfe. Salsa weist im Gegensatz zu vielen anderen Tänzen keinen einheitlichen Grundschritt auf. Salsa basiert auf dem 4/4 Takt, wobei ein kompletter Grundschritt - d.h. zwei Basics - zwei Takte umfasst und somit die Phrasierung der Salsa widerspiegelt und die Zählweise von 1 bis 8 begründet. Prinzipiell lässt sich Salsa auf verschiedene Zählzeiten tanzen, d.h. die Schritte bleiben gleich, werden jedoch auf den Takt bzw. die Phrase bezogen zeitlich versetzt.
Samba
Erster Latein-Turniertanz im 2/4-Takt; 50-52 Takte/Minute. Ursprung in Südamerika. 1949 griff machtvoll eine neue Samba-Welle auf Europa über; der Tanz wurde anfangs als anstößig empfunden. In seiner Darbietung werden hier deutlich mehr tänzerische Variationen als bei dem original brasilianischen Tanz gezeigt.
Cha-Cha-Cha
Zweiter Latein-Turniertanz im 4/4-Takt; 30-32 Takte/Minute. Ursprung in Kuba (aus dem Mambo); ab 1954 in Deutschland bekannt. Erst 1961 wurde der lebhafte Lateintanz auf der Weltmeisterschaft in London in das Turnierprogramm aufgenommen.
Rumba
Dritter Latein-Turniertanz im 4/4-Takt; 25-27 Takte/Minute. Schon 1932 war die Rumba im Turnierprogramm, obwohl das damalige Regime den Tanz zum artfremden Milieu verbannte. Abweichend vom Ursprung im Mambo-Bolero, ist die Rumba trotz schwieriger musikalischer Interpretation bei samtig weicher Musik der wohl beliebteste Lateintanz.
Paso Doble
Vierter Latein-Turniertanz im 2/4-Takt; 60-62 Takte/Minute. Mit Spaniens Beitrag zur europäischen Turnierszene soll im tänzerischen Bewegungsablauf der Eindruck erweckt werden, dass der Partner als Torero mit der Dame als Capa gegen einen imaginären Stier kämpft. Der Paso ist seit 1932 Turniertanz.
Jive
Fünfter Latein-Turniertanz im 4/4-Takt; 42-44 Takte/Minute. Mit aufgepeppten Elementen vom Boogie und Rock´n Roll hat sich der Jive in seinem quirligen Bewegungsablauf über die Jahre hinweg in der Turnierszene durchgesetzt.